06. März 2007 - Thüringer Allgemeine

TA 06. März 2007


Küllstedt .(ta/sas) Aus der Kirche klingen Sägegeräusche und Hammerklopfen. Im Altarraum nimmt die Bühne für die Küllstedter Passionsspiele Gestalt an. Kaum ein paar Meter weiter sind die Männer, die den Part der Soldaten übernehmen dabei, ihre Texte einzustudieren. Noch knapp drei Wochen, dann müssen alle Vorbereitungen abgeschlossen sein.

Weiterlesen: Die Proben für das Passionsspiel, in dem das Leiden und Sterben Jesu dargestellt wird, laufen auf Hochtouren. Damit den Laienspieler die Leidensgeschichte ganz nahe gebracht wird und sie sich auch gut in die Figur hineinversetzen können, gibt es für sie eine geistliche Beratung. "Auch das trägt dazu bei, dass ihnen die Rolle, die sie verkörpern, ein Stück mehr auf den Leib geschnitten wird. Schließlich soll das Spiel authentisch sein", sagt Roland Schmerbauch von der Spielleitung. So laufen denn auch die Proben gerade für die sprechintensiven Szenen wie die des hohen Rates oder für die der Verurteilungszene unter höchster Konzentration. Die Regie und die Inszenierung liegen in den bewährten Händen von Wolfgang Montag.

Gute Fortschritte macht zudem der Bühnenaufbau in der Kirche St. Georg und Juliana. Oft sind die eifrigen Bauer bis 23 Uhr zu Gange. "Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die aufhalten, in die man viel Zeit und Energie investieren muss", wissen die Organisatoren. Dankbar ist Schmerbauch für die starke Truppe, die er hat. Die Bühnenbauer arbeiten selbstständig und halten unter Hermann-Josef Montag der Spielleitung den Rücken frei. Dazu kommen immer wieder spontan fleißige
Helfer. Ebenfalls nicht wegzudenken sind die Techniker, die dafür sorgen, dass alles ins rechte Licht gesetzt wird oder sich um die Beschallungsanlagen kümmern. Darauf, dass beim Auftritt der Laienspieler jedes optische Detail stimmt, darauf achtet Frisörin Annegret Oberthür, die die Aufgabe der Maskenbildnerin übernimmt und nicht nur für die Frisur zuständig ist. Sie gibt unter anderem
acht, dass die Uhren abgelegt werden, denn zur Zeit, da Jesus lebte, gab es keine. Auch auf kleine Details wird in Küllstedt eben sehr viel Wert gelegt.

Am 23. März pünktlich um 19.30 Uhr wird dann die Premiere beginnen. Bis dahin werden alle Akteure persönliche Belange zurückstellen. Ob Urlaub, Geburtstag, Blasmusikprobe oder anderes, alles wird verschoben, jetzt steht nur das Passionsspiel im Mittelpunkt.                       

Im Rahmen der Passionsspielzeit, so berichtete Roland Schmerbauch, wird es auch einen Begegnungsabend mit Ehrengästen geben. Dieser findet am 24. März statt. Und angesagt zu einem Besuch hat sich unter anderem der Bürgermeister von Oberammergau, einem der wohl bekanntesten Passionsspielorte. An diesem Abend haben die Gäste und die Küllstedter Akteure Gelegenheit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Doch neben den Gesprächen wird eine ganz besondere Stimmung herrschen. Nicht nur, dass die Spieler ihre Kostüme tragen, es wird auch nur Wasser, Wein und Brot im Don-Bosco-Haus gereicht, das eigens von Elisabeth Töpfer in einem mediterranen Stil dekoriert wird.

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