05. März 2007 - Thüringer Landeszeitung / "Altarraum nun Bühne"

Küllstedter Kirche derzeit Baustelle für die Passion - "Steg" bis 17. Bankreihe

Küllstedt. (tlz/ebe) Die Küllstedter Kirche ist vorübergehend zur Baustelle geworden. Geistig und handwerklich handfest wird an diesem Samstag gearbeitet - für die am 23. März beginnenden 3. Passionsspiele. "Die Szene bitte noch einmal und etwas langsamer sprechen", gibt im Georgsheim Spielleiter Wolfgang Montag Regieanweisung. Mit jenen, die die römischen Soldaten darstellen, probt er an diesem Morgen.

Weiterlesen: Währenddessen wird über ihnen gehämmert, gesägt, gebohrt, werden Treppen gebaut, schwere Spanplatten verlegt. Das Bühnenbauteam ist am Werk. Die ganze Woche über war abends gearbeitet worden. Auch Tischlermeister Mathias Hillmann ist mit seinen Mitarbeitern dabei und zufrieden. 
"Es ist gut geschafft worden", sagt der 37-Jährige. Im Chorraum wird Hand angelegt am Fußboden. 
Die Stufen zum Altarraum sind unter dem Aufbau verschwunden, rechts und links führen von geschickter Hand gebaute Treppen hinunter, die nun mit Spanplatten belegt werden. Alles läuft wie geschmiert. Kaum sind die Spanplatten aus dem Transporter abgeladen, werden sie schon   zugeschnitten. Derweil installieren Männer vom Technikteam Leitungen für die Beschallung und Beleuchtung. Tischlermeister Mathias Hillmann geht den von der Bühne in den Kirchenraum wie ein Bootssteg hineinragenden Gang entlang. Bis zur 17. Bankreihe reicht diese auf Europaletten und  Balken sicher ruhende Bühnenerweiterung.

 

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Engagiert dabei: Tischlermeister Mathias Hillmann (r.) und Winfried Schäfer, einer aus dem Bühnenaufbauteam, bei Absprachen am vergangenen Samstag während der Arbeiten im Chorraum.


Roland Schmerbauch, einer der Spielleiter, freut sich über das gelungene und solide Werk. Während die Männer vom Bühnenteam sich beim Frühstück stärken, malt er sich das Bild aus, wie sich über den erhöhten Mittelgang und die Treppen der Einzug Jesu in Jerusalem gestaltet, Judas das Volk anfeuert, Händler nach vorn drängen. Doch Zeit zum Nachsinnen ist nicht. Laufend klingelt sein Handy: Absprachen, Nachfragen für die Passionsspiele. Auch Tischlermeister Hillmann hat mit ihm noch einiges abzusprechen. 2001 war der Tischlermeister auch schon mit im Boot, zeigt nun wieder, dass man sich auf ihn verlassen kann. "Da gab es doch gar keine Frage, dass meine Leute und ich mitmachen", sagt er, der 1993 den väterlichen Betrieb übernahm. Mit seiner Bautischlerei hat er hauptsächlich in Süddeutchland zu tun. Hier dabei zu sein, ist ihm als Küllstedter ein Selbstverständnis. Vor dem mit einem riesigen Tuch verhüllten Hochaltar sind die drei Holzkreuze aufgestellt. Langsam wird die Dimension der Kulissen
deutlich. "Gigantisch", meint ein Junge aus der Prologgruppe. Wolfgang Wehr kann ihm nur zustimmen. Der Konstrukteur hat bis zum Nachmittag zugepackt beim Bühnenaufbau. Nun ist für ihn "Schichtwechsel". Es eilt zur nächsten "Baustelle" - zur Apostelprobe. Auch dort wird konzentriert gearbeitet. Während die ,,Zwölf" im Georgsheim proben, gehen die Bühnenbauer in die letzte Runde an diesem Samstag. Der Bühne ist fast fertiggestellt. Montag geht es weiter mit dem Kulissenaufbau.

 

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