04. April 2001 / Leserbrief von Klaus Schulze, Leinefelde:

"Umgesetzt, was sich schwer zeigen lässt"

Ein großes Dankeschön und ein ebenso großes Lob den Küllstedtern für ihre Passionsspiele. In erster Linie nicht für ihre Leistung, die aller Ehre wert ist, sondern in allererster Linie dafür, dass sie es verstanden, das Geschehen des Leidensweges Jesu nicht showhaft, sondern glaubwürdig, schlicht, seiner Würde entsprechend darzustellen.

Weiterlesen: Damit haben sie miterleben lassen, was sich zugetragen hat und in Bilder umgesetzt, was man normalerweise nur in verbaler Form vermittelt bekommt. Und das nicht in spektakulärer, sondern in eher zurückhaltender, schlichter Weise. Imposant die Darstellung der Situation im Tempel, die die Tempelreinigung und die unmissverständliche Aufforderung Jesu dazu zeigen.

Dank den Darstellern und ihrem engagierten Auftreten. Dank den Jüngern für ihre realistische Darstellung einer konkreten menschlichen Gemeinschaft. Dank dem Christusdarsteller. Hier liegt mein größtes Problem von Passionsspielen. Kann man Christus überhaupt darstellen? Ich halte das eigentlich für eine Unmöglichkeit, wenn nicht gar für eine Anmaßung. Umso anerkennenswerter das Bemühen des Darstellers, zurückhaltend und sehr bescheiden darzustellen, was eigentlich gar nicht darzustellen ist.

Dank der Regie für viele gekonnte Einfälle für das Auftreten einzelner Darsteller. Anerkennend genannt zu werden verdienen auch die Darsteller des Petrus, obwohl ich mir den noch entschlossener gewünscht hätte als den sprichwörtlichen Fels in der Brandung, Judas, Kaiphas und Pontius Pilatus. Dank auch für so manche gekonnte Lösung, das Bühnenbild betreffend. In allererster Linie aber Dank den vielen Gemeindegliedern, die sich bereit gefunden haben, das Passionsgeschehen zu gestalten. Zu danken ist denen auf der Bühne wie denen hinter der Bühne, womit auch die gemeint sind, die alle notwendigen technischen Arbeiten in Vorbereitung der Aufführungen bewältigt haben.

Dank denen die musikalisch, durch Gesang und Instrument begleitet haben, den Beleuchtern und Tontechnikern. Sie haben ganz wesentlich zu einer dem Geschehen gerechtwerdenden Atmosphäre beigetragen. Dank auch den Ordnern die einen in wohltuender Weise empfingen und geleiteten. Sie haben für eine wohltuende äußerliche Ordnung gesorgt.

Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst.

Klaus Schulze,
Leinefelde

 

Zurück